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Andreas Weinek – Nacht des Ketzers (Rezension)

Andreas Weinek - Nacht des Ketzers (Rezension) 1

Über BloggdeinBuch habe ich das e-Book Nacht des Ketzers von Andreas Weinek aus dem dotbooks Verlag erhalten. Da Nacht des Ketzers ausschließlich im ebook Format erhältlich ist, benötigt man ein digitales Abspielgerät um den Roman zu lesen. Ich habe weder Tablet noch E-Reader, was andere vielleicht davon abgehalten hätte, sich an ein ebook heranzuwagen. Ich wollte aber schon länger ausprobieren, wie gut man auf dem Handy lesen kann und habe Nacht des Ketzers deshalb über die ebook Funktion meines iPhones gelesen. Tatsächlich geht es erstaunlich gut. Die Schrift ist wunderbar zu lesen, man kann sie in der Größe auch verändern und auch an das ständige Umblättern gewöhnt man sich schnell. Ideal für unterwegs, in Bus und Bahn. Allerdings habe ich so auch relativ lange an den über 1300-Handyseiten gelesen.

Inhalt

Wir schreiben das 16. Jahrhundert und überall in Europa werden neue Ideen verkündet, die nicht dem Dogma der Kirche entsprechen. Giordano Bruno, ein junger italienischer Mönch, ist von diesen neuen Ideen und Lehren begeistert. Er studiert, stellt altes in Frage und wird so zum Ärgernis für die Kirche. Eines Nachts flieht er, um anderorts frei Leben und studieren zu können und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Was Giordano allerdings nicht weiß, ist, das der junge Giuseppe, auch ein Mönch im Dominikanerkloster auf ihn angesetzt wurde und ihn verfolgt. Schon bald wird Girodano klar, dass Freiheit und Erkenntnis in Europa noch nicht so weit sind, wie er es sich erhofft hat und er gerät in die Fänge der Inquisition.

Meine Meinung

Andreas Weinek - Nacht des Ketzers (Rezension) 2Ausgewählt habe ich Nacht des Ketzers, weil ich immer wieder gerne historische Romane lese. Viele sind ganz gut, selten gibt es außergewöhnliche literarische Leistungen. Dementsprechend habe ich auch von diesem Roman nicht allzuviel erwartet. Dass Guido Knopp im Vorwort allerdings lobend auf die Geschichte eingeht, hat bei mir jedoch großes Interesse hervorgerufen.

Insgesamt besteht Nacht des Ketzers aus drei Handlungssträngen. Einerseits wird die Geschichte aus Giordanos Sicht erzählt, der aus dem Kloster flieht und sich auf eine angenehme Reise begibt, während anderseits gleichzeitig Giuseppes nicht ganz so bequeme Verfolgung geschildert wird. Zusätzlich gibt es noch eine dritte Perspektive, in der Giordano bereits Gefangener der Inquisition ist und schwerer Folter ausgesetzt wird. Diese Perspektive hat jedoch nicht mehr Girodano im Mittelpunkt, sonder die hohen Führer der Kirche. So bekommt man als Leser Einblick in die unterschiedlichen Personengruppen und deren Beweggründe.

Zuerst ist dabei natürlich Giordano zu nennen, der aus freien Stücken handelt und auch während des Prozesses gegen ihn nicht von seiner Meinung abrückt. Giordano glaubt an die Vernunft und die Wahrheit und will nicht akzeptieren, dass keiner ihn zu verstehen scheint. Gleichzeitig hat Giordano im Kloster Giuseppe, den einzigen, der Interesse an seinen Lehren gezeigt hat, eher herablassend behandelt. Dies bereut er später, jedoch wurde für mich aus eben dieser Situation deutlich erkennbar, das auch Giordano sich mit seinen Ideen vorerst an ihm gleichrangige wendet. Er versucht nicht das niedere Volk von seinen Vorstellungen zu überzeugen, sondern möchte auf gleicher Ebene debattieren.

Giuseppe hingegen ist den neuen Lehren gegenüber nicht abgeneigt, allerdings fehlt ihm ohne Giordanos Unterstützung der Zugang dazu. Als Verfolger Giordanos ist er diesem gegenüber nie feindlich gesinnt. Viel eher erlebt er durch seine Reise eine eigene innere Aufkärung, wobei er jedoch immer an das Dogma der Kirche gebunden bleibt.

Die Kirchenobrigen sind in ihren Handlungen dem Wunsch nach Macht und der Gier nach Erfolg unterworfen. Wie häufig in historischen Romanen (oder in der Wirklichkeit?) sind die mittelalterlichen Kirchenmänner eher auf der Seite des Bösen. Weinek versucht allerdings ihre Handlung zu begründen. Für sie ist Giordano weniger Mensch als vielmehr Mittel zum Zweck. In ihrem innersten scheinen die neuen Lehren teilweise auch Anklang zu finden, allerdings sind diese Theorien eine Gefahr für die Macht der Kirche, weshalb sie nur so handeln können, wie sie es ausführen. Ob dabei zum Wohl des Ganzen oder ihrem individuellen Erfolg gehandelt wird bleibt dahingestellt. Interessant ist allerdings, das der Autor die Kirchenobrigkeit mit unterschiedlichen Attributen für ihre Handlung ausstattet, so dass man als Leser einen vielschichtigen Einblick in die Welt der Kirchenpolitik erhält.

Insgesamt hat mir Nacht des Ketzers sehr gut gefallen. Die Geschichte ist spannend, obwohl man durch die Perspektive des Girodanos in Gefangenschaft ahnt, dass sich nicht immer alles zum Guten wendet. Der Autor hat außerordentlich gut recherchiert, was allein an Kleinigkeiten, wie der Verbreitung der Kartoffel in Europa deutlich wird. Auch der Einblick in den Calvinismus, der nicht unbedingt die bessere Seite der Münze darstellte, war überaus interessant und verständlich geschildert. Für jeden, der historische Romane mag, ist dieses Werk sicherlich eine besondere Empfehlung. Auf viele Klischees, die man in diesem Genre doch sehr häufig findet, wird verzichtet und auch Leser, die historischen Romanen sonst nicht zugetan sind, sollten sich an Nacht des Ketzers versuchen.

WERBUNG Nacht des Ketzers ist ausschließlich in der ebook Version erhältlich und kostet 7,99 Euro. Wer jetzt Interesse an dem Buch hat und sich einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, kann bei Amazon bei Amazon in Nacht des Ketzers hineinlesen.

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