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DIY – Aus Restholz ein Hochbeete im Garten bauen

DIY - Aus Restholz ein Hochbeete im Garten bauen 1
DIY - Aus Restholz ein Hochbeete im Garten bauen 2

Im Garten war mal ein Schuppen, ein Schuppen mit sehr viel Müll. Unter anderem richtiger Müll, Säcke voll mit Hausrat von Leuten, von einer Familie, die dort vor vielen Jahren gelebt haben muss. Aus den teilweise verrotten Säcken fielen Dinge heraus, die ich aus meiner Jugend noch bestens kenne, wie Bravo Hits und The Dome CDs, Simple PC Games, Sony Ericsson Handys, Eastpak-Schulrucksäcke, aber auch gerahmte Familienfotos von unbekannten Menschen. Traurig so ein Leben voller Dinge in Säcken. Neben dem echten Müll gab es aber auch alte Holzdielen, die dort oben auf lagen und die zu schade zum Entsorgen waren, definitiv noch kein Müll.

Aus den alten Brettern haben wir dann zwei Hochbeete gebaut. Vorteil: Das Holz ist erstmal weg und im Hochbeet kann man so viel entspannter Arbeiten, als auf dem Boden, zumindest theoretisch, aber dazu später mehr. Und ich mag Hochbeete auch optisch sehr gerne. Eines der Hochbeete steht nun an der Scheune des Nachbarn, das andere direkt vor dem Haus und nah am Fenster, was mir auch super gefällt. Und sollte es mir einmal nicht mehr gefallen, kann man das Hochbeet ja auch wieder abbauen oder umsetzen.

Hochbeet bepflanzen in Brandenburg - Kartoffeln und Kürbis im Hochbeet / Black Turtle

ReUse hoch 2 – Nicht nur Holz wird wiederverwendet

Als wir das erste Hochbeet gebaut haben, war noch nicht viel Material im Haus vorhanden, geschweige denn Werkzeug. Aber die alten Bretter hatten mindestens ebenso alte, große Nägel in sich stecken. Ich hätte wohl die Nägel entfernt und weggeschmissen, neue gekauft. Meine beiden Helferlein sind allerdings nicht im wohlhabenden Deutschland aufgewachsen. Sie sind gar nicht auf die Idee gekommen, die Nägel wegzuwerfen. Im Gegenteil. Sie wurden sorgfältig aus dem Holz gezogen und Auf einem Stein mit einem Hammer wieder gerade geschlagen. Eigentlich schlau, auch sinnvoll. Auch die Bretter konnten beim Hochbeet 1 noch nicht so perfekt gesägt werden, beim zweiten gab es dann schon eine deutlich professionellere Herangehensweise. Das erste Hochbeet wird, bestehend aus den alten Materialien, wahrscheinlich keine Ewigkeit stehen, aber das muss es auch nicht. Erst einmal bin ich super glücklich, das es da ist. Das zweite Hochbeet wurde dann sogar verschraubt. Auch hier wurden übrigens gebrauchte Schrauben verwendet, die von einer Messe stammen, bei der ansonsten alles nach der Messe (also nach 2 bis 5 Tagen) generell im Müll landet…

Fahrradschlauch als Trageriemen

Oft stehe ich daneben und lerne staunend spannende Tricks. Nachdem wir beim Tragen des 1. Hochbeetes einige Schwierigkeiten hatten, das Holz ist zwar alt, aber super schwer, wurden beim zweiten Hochbeet einfach Tragegriffe montiert. Diese bestanden aus einem Stück altem Fahrradreifen und zwei Schrauben. Super praktisch, schnell gemacht und ohne neue Materialien verwenden zu müssen. Eine absolute Arbeitserleichterung. Meine Idee, das Hochbeet direkt an der richtigen Stelle aufzubauen, wurde hingegen abgelehnt 😀

Griff aus Fahrradschlauch bauen - Hochbeet bauen im Garten aus alten Brettern / Upcycling in Brandenburg

Womit wird das Hochbeet gefüllt?

Im Internet findet man jede Menge Anleitungen, wie man ein Hochbeet korrekt füllt. Dummerweise hatte ich vorher keinen Recherche betrieben und vor Ort kein Internet, absolutes Funkloch. Also habe ich in dem Hochbeet nicht die vorgesehene klassische Schichtung, die gewiss auch sinnvoll ist. Statt dessen landete im Hochbeet, was halt so da war. Im unteren Bereich wurden größere und kleinere Äste versteckt. Darauf dann eine Mischung aus Erde / Sand und Pflanzenresten. All das, was im weg war, als wir die Beete im vorderen Bereich des Gartens anlegten. Dann kam der Nachbar und gab mir den Tipp, Ziegelreste im Beet zu versenken, da diese wie ein natürlicher Wasserspeicher fungieren würden. Ziegelsteine und deren Überreste hatten wir bereits jede Menge ausgegraben, als es um das Anlegen der Beete ging, außerdem liegen auch überall kaputte Dachziegel herum. Beides wurde also ebenfalls im Hochbeet verteilt. Nächster Tipp vom Nachbarn: Hühnerkacke als natürlicher Dünger. Und da er Hühner hat, die Grundstücke eine Zwischentür haben und der Misthaufen nicht weit ist, wurde auch dieser Tipp dankend beherzigt. Darauf dann wieder das, was an Erde und Sand noch da war. Ich habe hierfür keine Erde gekauft, sondern tatsächlich nur den vorhandenen Boden und die Reste eines alten Komposthaufens verwendete. Zumindest vermute ich, dass das mal ein Kompost war.

Was wurde ins Hochbeet gepflanzt?

Das erste Hochbeet entstand im Mai. Direkt in das Hochbeet habe ich hochmotiviert auf die linke Seite vier Kürbissamen gesteckt. Daneben sollte Mangold wachsen und rechts davon ein Großteil des Saatgutes aus meinem Black Turtle Set, mit alte Sorten. Also steckte ich ein paar der Bohnen in die Erde und rechts davon vier oder fünf Kartoffeln, daneben noch die Salatsamen. Das Hochbeet sah so groß und nach so viel Platz aus. Aber schaut selbst, wie es sich in den letzten vier Wochen verändert hat:

Hochbeet nach dem Bau – 01. Mai 2019

Hochbeet bauen im Garten aus alten Brettern / Upcycling in Brandenburg

Hochbeet beim Bepflanzen 12.05.2019 (ja, Kürbis und Kartoffel sieht man nicht)

Hochbeet 3 Wochen nach dem Bepflanzen 3.06.2019

Hochbeet Woche 5 – 20.06.2019

Hochbeet Woche 5 – 28.06.

Hochbeet Woche 7 08.06.2019

Hochbeet Woche 9 20.06.2019

Aktueller Stand im Hochbeet

Ihr seht, das Hochbeet ist komplett überwuchert. Sowohl die Kartoffeln, als auch der Kürbis ist riesig geworden. Ich habe früher im Kleingarten so oft versucht, Kürbisse anzubauen. Aber immer haben die Schnecken meine kompletten Pflanzen aufgefressen. Egal wie viele Kürbisse ich gepflanzt habe und unabhängig vom Standort. Hier in der Prignitz regnet es jedoch so gut wie nie, was natürlich nicht ideal für das Pflanzenwachstum ist, aber offenbar auch nicht ideal für die Schneckenpopulation. Bisher habe ich noch keine einzige Schnecke gesehen und die Kürbipsflanzen wuchern.

Der Nachbar sagt, ich soll die Triebe des Kürbisses abschneiden, weil das dem eigentlichen Kürbis zu viel Energie nehmen würde. Ich finde das überwucherte Hochbeet aber so hübsch, dass ich es nicht beschneiden werde. Eventuell bestraft mich dann der Kürbis mit einer mageren Ernte, aber ich lerne manchmal auch gerne aus meinen eigenen Fehlern. Und so kann ich mich zumindest bis dahin Woche für Woche an dem Anblick dieses überwucherten Hochbeetes erfreuen.

Aber auch die Kartoffeln entwickeln sich unglaublich. Deutlich besser, als die anderen Kartoffeln, die vorne im Garten wachsen. Liegt das an den Sorten? Ich habe allerdings festgestellt, dass ich hier mindestens zwei Kartoffelsorten gepflanzt haben muss, denn es gab zwei unterschiedliche Blütenfarben. Aber aus den paar Kartoffeln wächst unendlich viel grün. Die Salatpflanzen habe ich irgendwann dann gerettet und woanders hingesetzt. Hier hatten sie gar kein Licht mehr und wären eingegangen. Der Mangold wuchs auch zwischen Kürbis und Kartoffeln ganz gut, mochte den Schatten offenbar. Die Bohnen stehen auch noch dazwischen. Es haben sich auch erste Bohnen gebildet, der Rest der Pflanze blüht, nur der Zugang ist dank Kürbis und Kartoffeln nicht mehr so gegeben, wie ich mir das vorgestellt hatte. Kartoffel im Hochbeet war vielleicht auch generell nicht so schlau, die muss ich da ja auch irgendwie wieder ausbuddeln 😀

Das Andere Hochbeet ist jetzt mit Salaten und Rüben bepflanzt, Pflanzen, die auch jetzt noch wachsen sollten. Mal abwarten.

Habt ihr ein Hochbeet im Garten oder vielleicht sogar auf dem Balkon?

NEU: Für das Funkelfaden-Haus gibt es eine extra Facebook-Gruppe, in die hier herzlich eingeladen seid. Ihr findet die Gruppe hier.


13 Antworten zu “DIY – Aus Restholz ein Hochbeete im Garten bauen”

  1. Hallo Julia!

    Wow, was für eine Pflanzenpracht! 🙂

    Wir haben selber kein Hochbeet, unsere Nachbarin dagegen hat zwei. Sie pflanzt darin allerlei, wie Erdbeeren, Karotten, Zweibel, Gurken und auch Kürbisse waren da schon. Die Pflanze hat die Früchte dann ganz brav außerhalb auf dem Boden „abgelegt“, damit der Rest auch Platz hat.

    Der Tipp Deines Nachbarn, den Kürbis abzuschneiden, ist gar nicht so dumm. Ich würde auf jeden Fall die Seitentriebe beschneiden, ähnlich wie bei Tomaten. Sonst geht die ganze Kraft ins Kraut und die Früchte gedeihen nicht.

    Kartoffel gedeiht anscheinend sehr gut in Hochbeeten, weil die Erde da sehr fein und krümelig ist, durch die neue Einschichtung. Lass Dich mal überraschen, was da bei der Ernte so alles unten dran hängt…

    Liebe Grüße
    KleinerVampir

    • Ich nochmal…

      wäre es denn möglich, die Facebook-Gruppe auf öffentlich zu schalten, damit man auch ohne bei fb registriert zu sein mitlesen kann?

      Liebe Grüße

      • Das wäre natürlich super, ist aber leider nicht möglich, da hat Facebook etwas dagegen… Ich freue mich natürlich ebenso sehr über Austausch auf dem Blog zum Funkelfaden Haus <3

        • Hallo Julia,

          das ist ja doof – aber auch seltsam, denn auf vielen Facebookseiten kann ich mitlesen, auch wenn ich nicht registriert bin. Ich kann dann halt nix schreiben, aber die Bilder und Beiträge ganz normal sehen. Was da jetzt der Unterschied zu Deiner Gruppe ist, weiß ich allerdings auch nicht…. 🙂

          Bringst Du alle Fotos von dort auch auf Deinem Blog?

          Liebe Grüße
          KleinerVampir

          • Huhu, auf Seiten oder in Gruppen? Gruppen sind noch etwas spezieller, da muss man erst reingehen, um den Inhalt zu sehen. Wie ein Forum mit Anmeldung vielleicht. Die Seiten werden von Facebook nicht mehr so gut angezeigt, deswegen passiert jetzt viel über Gruppen.

            Liebe Grüße,

            Julia

    • Ich bin super neugierig, ob das bei den Kartoffeln einen Unterschied macht. Vom Grün her auf jeden Fall, aber kann man vom Grün auch auf den Rest der Pflanze schließen? Im nächsten Jahr kommt auf jeden Fall etwas weniger in die Hochbeete, da habe ich es diesmal glaube ich zu gut gemeint 😀

      Alles Liebe,

      Julia

  2. Guten Abend,

    ich habe schon länger ein Hochbeet aus Granitsteinen. Dieses Jahr sind noch zwei weitere aus Holz dazu gekommen. Ich habe diese beiden auch viel zu voll gepflanzt. Das eine ist total überwuchert mit Tomaten. Ich bringe es immer nicht über mich ganze Zweige abzuknipsen. Am anderen Beet habe ich eine Rankhilfe für Gurken. Im normalen Bett haben mir auch die Schnecken immer die Gurkenpflanzen vertilgt bevor nur eine Gurke da war. Diesmal … eine wahre Flut an Snackgurken. Meine Tochter freut es. In dem Beet habe ich noch zwei Paprikapflanzen und zwei Zucchini. Die Zucchini bedrängen leider die Paprika ganz schön. Das nächste Mal kommen die Zucchini in ein eigenes Beet. Das Holz ist von einer Baustelle, wo es übrig gebliben ist und entsorgt worden wäre. Da habe ich echt Glück gehabt, da ich kurz davor war den baumarkt zu stürmen. Ich hoffe das im herbst oder nächsten Frühjahr noch ein bis zwei weitere Hochbeete dazukommen. Ich finde es ist wesentlich angenehmer darin Gemüse anzupflanzen als ebenerdig.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Das klingt ja toll! Ein richtiges Gartenparadies offenbar. Ein Hochbeet aus Steinen könnte ich auch noch bauen. Davon habe ich noch recht viele überall herumliegen… Blätter abknipsen fällt mir auch sehr schwer, siehe Kürbis. Paprika da oben klingt auch nach einer super Idee. Ich habe unten im Beet nur Chilis, aber die fühlen sich offenbar alles andere als wohl 🙁

      Mit Blick auf die Baustelle vor meiner Wohnung grüble ich gerade, ob ich mal rübergehen sollte, um zu fragen, was es da so an Resten gibt 😀

      Ganz liebe Grüße,

      Julia

  3. Hallo Julia,

    ich bins nochmal (siehe weiter oben). Keine Ahnung – ich kenne mich mit fb eigentlich gar nicht aus. Dass es da einen Unterschied gibt, wußte ich bislang nicht.

    Dann kann ich anscheinend nur auf Seiten mitlesen. Schade….

    Noch ne kurze Frage zum Schluß: sind dann die Gruppen so etwas wie „Kapitel“ von Seiten?

    LG KleinerVampir

    • Kapitel von Seiten ist eine schöne Beschreibung. Ich würde es als Forum zu einem Thema beschreiben. Es gibt auch ganz viele Gruppen ohne Seite, wo sich die Leute einfach zu einem Thema miteinander austauschen.

      Liebe Grüße,

      Julia

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