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Filmpremiere Wer weiß, wohin? im Cinema Paris

Filmpremiere Wer weiß, wohin? im Cinema Paris 1

Filmpremiere Wer weiß, wohin? im Cinema Paris 2Der libanesiche Film Wer weiß, wohin? von Nadine Labaki hat international bereits viele Preise erhalten und startet am 22. März endlich auch in Deutschland. Die Filmpremiere fand bereits gestern im Cinema Paris in Berlin statt. Geladen waren unter anderem der libanesische Botschafter und Nadine Labaki, die Regisseurin des Films. Nach dem Film konnte man Fragen an die Regisseurin und ihre Schwester, die sowohl als Schauspielerin als auch als Kostümbildnerin im Film mitwirkte, stellen. Zum Abschluss gab es noch einen Empfang, mit libanesischen Häppchen, Tee und Wein.

Zum Film:

Filmpremiere Wer weiß, wohin? im Cinema Paris 3Wer weiß, wohin? spielt irgendwo in einem kleinen Dorf im Libanon. In diesem Dorf leben sowohl Christen, als auch Moslems, die lange Zeit durch einen Streit getrennt waren. Scheinbar gab es blutige Auseinandersetzungen, denn die Frauen des Dorfes weinen um ihre getöteten Söhne. Inzwischen ist Frieden eingekehrt. Als sich die Dorfgemeinschaft zum gemeinsamen Fernsehen auf dem Dorfplatz versammelt, erfahren sie aus den Nachrichten von Unruhen zwischen Christen und Moslems. Die Frauen reagieren sofort, springen auf und beginnen sich gegenseitig zu beschimpfen, um die Nachricht ungehört zu machen. Doch es ist zu spät. Immer mehr Sticheleinen zwischen den Männern der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften führen zu handfesten Auseinandersetzungen. Die Frauen des Dorfes tun sich gemeinsam gegen die sich anfeindenden Männer zusammen und schmieden Pläne, wie sie wieder Frieden in ihr Dorf bringen können. Dabei schrecken sie weder davor zurück eine ukrainische Striptease-Gruppe einzuladen, noch davor Haschkekse zu backen.



Nadine Labaki versteht es, ein aktuelles Thema humorvoll darzustellen ohne das die Ernsthaftigkeit der Situation verloren geht. Der Film ist jedoch keine reine Komödie, sondern gleichzeitig auch hochdramatisch und teilweise auch sehr traurig und ernst. Der Film ist sehr kurzweilig und führt den Zuschauer in eine andere Welt. Bei der Premiere lief der Film auf arabisch mit deutschem Untertitel, was meiner Meinung nach die Atmosphäre der Geschichte besser trifft, als eine deutsche Synchronisation. Teilweise werden auch Bollywood ähnliche Gesangseinlagen präsentiert, die man einfach nicht übersetzen kann, ohne dass sie an Authenitiztät verlieren.

Filmpremiere Wer weiß, wohin? im Cinema Paris 4Nach dem Film stand die Regiesseurin für Fragen bereit. Unter anderem berichtete sie, dass sie während der Libanonkrise 2008 ihr erstes Kind erwartete und sich ihre Sicht auf die Auseinandersetzungen dementsprechend veränderte. Sie fragte sich selbst, was sie tun würde, um ihr Kind davor zu schützen zur Waffe zu greifen. Die Ideen, die die Frauen im Film umsetzen, entstammen dabei Labakis Fantasie, immer der Frage entsprechend, wie sie ihr eigenes Kind vor so einer Situation bewahren könnte. Außerdem, erklärt sie, hätte sie vermutlich keine Hemmungen ihrem Sohn in den Fuß zu schießen, um ihn so kampfunfähig zu machen.

Das Medien Auslöser für Unruhen sind, so wie im Film dargestellt, kommt offenbar häufig im Libanon vor. Menschen hören, das es Ausschreittungen zwischen Christen und Moslems gegeben hat und greifen kurze Zeit später selber zur Waffe, um ihren Nachbarn, mit dem sie friedlich zusammengelebt haben, zu töten. Nadine Labaki bezeichnet dies als Absurdität, auf die sie mit ihrem Film aufmerksam machen wollte.

Die meisten Rollen sind mit Laienschauspielern besetzt, die jedoch ihre Rollen besser spielen als mancher Hollywoodschauspieler. Auch die Dreharbeiten liefen unkonventionell ab, da es im Libanon keine große Filmwirtschaft gibt und es dementsprechend an Unterstützung fehlt. Dennoch ist der Film im Libanon ein großer Erfolg gewesen und hat in Cannes und Toronto die begehrten Filmpreise gewonnen.

Mein Fazit: Absolut empfhelenswert. Die Version, die am 22. März bei uns in die Kinos kommt, ist übrigens auf Deutsch. Allerdings ist es bei diesem Film eine Überlegung wert, die Originalversion mit Untertitel zu schauen.

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