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Stoff designen mit 13dresses im Lafayette

Stoff designen mit 13dresses im Lafayette 1

Kleider von 13dresses im Lafayette Berlin

Am Freitag war ich bei einem öffentlichen Stoffdesign-Workshop im Lafayette Berlin. Geleitet wurde der Workshop von Anita Heiberg, die zusammen mit der Musterdesignerin Helen Gimber in das Designen von Stoffen einführt. Anita Heiberg hat an der ESMOD in Berlin nachhaltige Mode studiert und als Abschlussarbeit mit 13dresses eine Unternehmensidee entwickelt, die sich an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit orientiert. In einem kurzen Vortrag erläuterte sie die Hauptkritikpunkte an konventioneller Massenmode.

Kritik an konventioneller Mode

  • Produktion unter moralisch verwerflichen Bedingungen, zu unvertretbaren Arbeitsbedingungen mit Niedriglöhnen, von denen man kaum Leben kann.
  • Umweltverschmutzung, z.B. durch Abwasser vom Färben der Stoffe, die ungefiltert in die Flüsse der Umgebung abgeleitet werden.
  • Überproduktion von Kleidung, die in der Menge weder gebraucht, noch gekauft wird
  • Schwieriges Verhältnis des Konsumenten zu seiner Kleidung in der heutigen „Wegwerfgesellschaft“. Motto:  Lieber 20 neue, günstige Kleider im Jahr, als ein teures Lieblingskleid, das dann auch noch mehrere Jahre getragen werden soll.

Nachhaltige Mode ist meist sehr viel teurer, als Kleidung aus konventioneller Massenproduktion, was sich allein schon durch die verbesserten Arbeitsbedingungen  bedingt. Dementsprechend kann man sich vom gleichen Geld deutlich weniger Kleidung kaufen. Allerdings sind, wenn man ehrlich ist, die meisten Kleiderschränke sowieso stark überfüllt. Die Menge an Kleidung die wir besitzen, kann man kaum in einer Saison tragen.  Dementsprechend lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob man wirklich so häufig neue Kleidungsstücke kaufen muss oder ob man den Kleidungskonsum reduziert und dafür lieber einen Fokus auf nachhaltige Mode legt.

13dresses – Ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit

Anita Heiberg setzt mit 13dresses in der ersten Prodouktionsstufe eine Kleidungsstückes an und möchte den Kunden in das Gestalten miteinbeziehen. Auf ihrer Webseite kann jeder ein eigenes Design hochladen. 13 Mal im Jahr gibt es dann einen Contest, bei dem für Designs und potentiell dazu passende Kleider abgestimmt werden kann. Das oder die meistgewählte(n) Design geht/gehen dann in Serie. Dieser Ansatz soll zu einer höheren Kundenbindung an ein bestimmtes Kleidungsstück führen, da der Käufer direkt in den Designprozess miteinbezogen wird.

Beim Design der Schnitte und Umsetzung der Muster wird außerdem darauf geachtet, dass diese stoffsparend verwendet werden, so dass möglichst wenig Abfall beim Zuschnitt entsteht. Die Muster werden per Digitaldruck auf die Stoffe gedruckt, was bedeutet, das man auch geringe Mengen an Stoff produzieren kann, die der Nachfrage der Kunden entsprechen. Im Vergleich dazu müssen bei traditionellen Drucktechniken, wie z.B. dem Rotationsdruck immer viele hundert Meter eines Musters gedruckt werden. Produziert wird das Kleid dann nach nachhaltigen, ökologischen Standards, so dass man es guten Gewissens erwerben kann.

Bisher ist 13dresses noch in der Anfangsphase, aber ich persönlich empfinde diesen zukunftsorientierten Ansatz als sehr positiv und hoffe, dass sich Anita Heiberg auf dem umkämpften Modemarkt mit ihrem Projekt durchsetzen kann.

Der Workshop

Moodbord Stoffdesign bei 13dresses im Lafayette Berlin

Der Workshop befasste sich mit dem Designen von Stoffen. Zuerst wurde ein bisschen mit Farben herumprobiert, auch Zeitschriften für Collagen standen zur Auswahl. Ich bin ja kein Stift-Freund und arbeite deutlich lieber mit anderen Materialien, so dass malen für mich ein seltenes Erlebnis ist. Es durfte völlig frei ausprobiert und gemalt, gezeichnet und geklebt werden, um mit dem Material in Berührung zu kommen. Dann wurde anhand eines Spiels eine Liste mit Begriffen für ein persönliches Moodbord entwickelt. Aus diesen Begriffen sollten wir dann eine Art Collage erstellen, wie man es vielleicht aus Modemagazinen kennt, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sich eine Auftragsarbeit im Bereich Design vorstellen kann.

Stoffdesign Workshop  mit 13dresses

Neben dem praktischen Teil erhielten wir auch viele Informationen zur Produktion von Stoffen. Erklärt wurde unter anderen auch, wie der Entwurf eines Stoffmusters umgesetzt wird, so dass aus der Einzelzeichnung ein Stoff mit fortlaufenden Mustern hergestellt werden kann. Am Ende wurden die entstandenen Designs  hochgeladen und per Computer nach Wunsch noch bearbeitet. 

Um eine richtige Idee zu entwickeln, war die Zeit während des Workshops für mich viel zu knapp, so dass ich mich aufs Ausprobieren und vor allem Zuhören konzentriert habe. Der Einblick in diesen Bereich textiler Produktion war für mich ein äußerst spannendes und wertvolles Erlebnis.

Zum Abschluss des Workshops kann man hier für die unterschiedlichen Designs abstimmen und die beliebtesten 20 Designs gewinnen einen Schal mit ihrem Muster.

Stoffdesign im Lafayette / Workshop


4 Antworten zu “Stoff designen mit 13dresses im Lafayette”

  1. Ich war das Wochenende auf Verwandtenbesuch. Das ist zwar prinzipiell etwas Gutes, hab mich jetzt aber tatsächlich ein bisschen geärgert, den Workshop verpasst zu haben. Hört sich auf alle Fälle superspannend an. Ich hab letztens meinen ersten selbstdesignten Stoff bei stoffn.de bestellt und ihn Montag aus dem Briefkasten genommen. Jetzt freu ich mich total drauf, ihn zu verarbeiten!
    Liebe Grüße
    Anne

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