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Sorgenlose Sommertage…

Sorgenlose Sommertage... 1

Warnemünde OstseeDie Temperaturen sind hoch, die Sonne scheint, fast ein wenig ein Bilderbuchsommer in den letzten Tagen. Und doch ist dieser Sommer irgendwie anders. Gestern war ich für einen kurzen Tagesausflug in Warnemünde. Ein wunderschöner Tag am Strand, mit Schwimmen in der Ostsee, Eisessen und einfach nur in der Sonne liegen, in den strahlend blauen Himmel schauen, picknicken, entspannen und eine wundervolle Zeit mit Freunden verbringen. Die drei Stunden mit dem Zug von Berlin nach Warnemünde sind eigentlich kein Problem und ich fahre mindestens einmal im Sommer für einen solchen Tagesausflug an die Ostsee. Doch da diese Woche irgendwie nicht unter den besten Stern steht, fuhr kurz hinter Rostock ein PKW an den Bahnschranke vorbei und direkt vor den Zug, sodass es aufgrund dieser Tragödie sehr viele Stunden nicht nach Hause ging und wir erst am frühen Morgen in unseren Betten waren. Dazu die vielen Nachrichten aus der Woche, Attentate, Anschläge. Die Sicherheitsmaßnahmen sind überall erhöht, egal, ob man auf Musikveranstaltungen oder Feste kommt, es gibt viele Sicherheitsbeamte, Absperrungen und man wird verstärkt kontrolliert. Die Situation ist anders, als in den letzten Jahren. Vielen Menschen macht sie Angst. Ich persönlich habe tatsächlich keine Angst vor irgendwelchen Anschlägen und das, obwohl man ja leider davon ausgehen muss, das wir davon auch in Zukunft vorerst nicht verschont bleiben werden. Allerdings kann man daran wahrscheinlich leider nichts ändern, egal wie hoch die Sicherheitsmaßnahmen sind, solange es gestörte und verblendete Menschen gibt, wird es wohl auch solche negativen Ereignisse geben. Ein wenig Angst macht mir die Stimmung, die daraus entsteht. Auch bei den Jugendlichen, die ich in Nähworkshops und bei vielen anderen Aktivitäten betreue, sorgt dies für Ängste. Stammt ein Täter aus dem gleichen Kulturkreis wie sie, ist in der selben Situation, so ist die Gefahr doch groß, dass hier pauschalisiert wird und sich unsere Gesellschaft abschottet, statt mit offenen Armen und bestmöglicher Integration auf Menschen zuzugehen, abschottet, gegen alles, was anders und potentiell gefährlich ist.


Aber genug der negativen Gedanken. Diesen zu lange  hinterherzuhängen bringt genau so wenig, wie zu große Ängste vor unvorhersehbaren Ereignissen zu haben. Da lebe ich lieber jeden Tag so ausgiebig und gut, wie es mir möglich ist, zusammen mit langjährigen Freunden, Familie und anderen liebgewonnen Menschen. Der Sommer ist in Berlin aber auch besonders schön und es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten, dass ich mich kaum entscheiden kann, was ich machen möchte. Neben Ausflügen in die Natur, ins Brandenburger Umland oder auch zur Ostsee, besuche ich auch gerne kostenfreie Veranstaltungen, zu denen einfach jeder eingeladen ist.

Ostsee

In der vorletzten Woche war ich so  zu Gast bei der Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen rechte Gewalt einsetzt und zusammen mit Ben & Jerrys eine großes kostenfreie Movie Night mit leckerem Eis organisiert in den unterschiedlichsten deutschen Städten organisiert. Dabei werden unterschiedlichen zivilgesellschaftliche Initiativen unterstützt und unter dem Motto „One Sweet World“ gemeinsam an Projekten gearbeitet und danach sinnbildlich das Eis gebrochen und gemeinsam verzehrt.  Hier steht im Vordergrund, die Vielfalt als etwas positives zu erleben, denn Vielfakt ist auch für mich die Basis einer glücklichen und friedlichen Gesellschaft. Wenn man sich zusammentut, gemeinsam ein Projekt angeht, so wird doch oft ganz schnell klar, dass mögliche Vorurteile völlig unbegründet sind und wir so unglaublich viel voneinander lernen können. Ich habe auch die Movie Night mit Freunden, darunter auch einige der Jugendlichen besucht, gemeinsam super viel leckeres Eis gegessen und „Ziemlich beste Freunde“ geschaut. Ben & Jerrys Movie Night Berlin 2016

In den letzten Wochen habe ich viel Zeit beim gemeinsamen Essen, Trinken und Reden verbracht, viel gelernt und dabei sicher unvergessliche Stunden erlebt, meist in guter Gesellschaft. Auch ansonsten sind wir viel unterwegs gewesen, waren beim Tegeler Hafenfest mit seinem grandiosen Feuerwerk, im Schlosspark Charlottenburg, auf Straßenfesten, haben aber auch viel Zeit im Park beim häufigen Picknicken, Spielen, Wasserschlachten und weiteren Aktivitäten verbracht. Man kann und darf einfach nicht von einem auf den anderen Menschen schließen, nur weil sie den gleichen kulturellen Hintergrund besitzen und ich denke, gute Integration und Teilhabe ist die beste Lösung, die wir anbieten können.

Die Kreativität bleibt dabei natürlich nicht ganz auf der Strecke. Ich habe ein paar Nähprojekte mit meiner Mutter gestartet, von denen ich euch hier schon berichtet habe und die in nächster Zeit natürlich auch hier auf dem Blog zu sehen sein werden. Wir nähen natürlich auch weiter mit den Jugendlichen! Der Visioneers-Nähworkshop ist für Jugendliche jeglicher Herkunft geöffnet, in den letzten Woche waren so zum Beispiel auch zwei Mitschülerinnen von einem der Jugendlichen dabei. Wenn ihr Teenager im Haus habt und in Berlin wohnt, kommt doch einfach mal vorbei! Der Workshop ist kostenfrei und ich freue mich immer über Gäste.Nähmaschine Meldet euch einfach bei mir und nehmt an einem der vielen Angebote teil. Wer möchte, kann für unsere Nähwerkstatt auch spenden, da wir das Angebot gerne ausweiten möchten. Wir suchen sowohl immer Materialspenden, aber auch Geldspenden sind möglich, da ich in Zukunft auch ein wenig mehr Bekleidung und komplexere Projekte nähen möchte. Nach 7 Monaten wöchentlichem Nähunterricht sind die Jugendlichen jetzt doch schon kleine Profis an der Nähmaschine und benötigen neue Herausforderungen. Ich suche auch immer noch Unterstützung beim Hausaufgabenclub jeden Freitag, bei dem wir die Jugendlichen beim Deutsch lernen und in anderen Schulfächern unterstützen.

Ich hoffe ja sehr, dass die dunklen Wolken, die sich in diesem Sommer überall und aus allen Richtungen auftürmen, irgendwann wieder an uns vorbeiziehen. Bis dahin genieße ich jeden Sonnenstrahl und versuche, diesen Sommer und auch alles, was danach kommt, bestmöglich auszukosten.  Freiheit

Habt alle eine wundervolle Woche ihr Lieben! Genießt das Leben, esst Eis und lasst euch wenn möglich nicht in eurer Freiheit einschränken!

 


6 Antworten zu “Sorgenlose Sommertage…”

  1. Und ich saß an der Spree, guckte in die Sommernacht und hegte just den gleichen Gedanken: wir könnten mit Offenheit, Verständnis und Toleranz besser reagieren…
    Lieben Gruss!

    • Danke! Ich hoffe so sehr, dass viele so denken wie du und sich nicht von den negativen Ereignissen der letzten Zeit beeinflussen lassen.

      Alles Liebe,

      Julia

  2. Vielen Dank für die klaren Worte. Manchmal verliert man den Blick fürs Wesentliche… Ich habe den Unfall von der anderen Seite mit angehört, was für ein schreckliches Ende eines schönen Tages.
    Lass es Dir gut gehen, ich bin schon auf alle Deine Projekte gespannt,
    liebe Grüße, a

    • Oh, von der anderen Seite? Das hört sich auch nicht gut an…
      Ich finde es so wichtig, auch über diese Dinge, die uns alle zur Zeit so sehr beschäftigten, zu sprechen oder auch zu schreiben. Oft können Gespräche viele Unklarheiten zerstreuen oder auch zum Nachdenken anregen, insbesondere, wenn man von eigenen Erfahrungen berichtet. Der Austausch miteinander bringt doch immer viel mehr, als das, was wir aus den Medien an Schreckensnachrichten erfahren.

      Alles Liebe,

      Julia

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