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Wilde Ernte in Berlin

Wilde Ernte in Berlin 1

Mirabellen in Berlin ernten

Sommerzeit ist Erntezeit. Ich bin gerade für ein paar Tage im Weserbergland und hier sieht man überall Apfel- und Birnenbäume mit Ästen, die, schwer vom vielen Obst, tief nach unten hängen. Auch Fallobst gibt es hier in Mengen am Straßenrand, sodass man auch ohne eigenen Garten sicher jede Menge Marmelade, Kompott, Saft und anderes einkochen könnte. Aber auch in der Großstadt gibt es so viele Möglichkeiten zu Ernten. Zu Hause in Berlin verfüge ich dementsprechend schon über einen gut gefüllten Vorratsschrank, der mich sicher über Herbst und Winter bis zur nächsten Erntesaison bringt.

Äpfel sammeln als Fallobst in Berlin

Immer wieder entdecke ich neue Früchte, die ich so noch nicht kannte. Wie zum Beispiel die rote Mirabelle. Der Name Mirabelle war mit natürlich ein Begriff, gegessen hatte ich sie jedoch noch nicht. Ebenso wie diese winzigen Pflaumen, habe ich sie nur wenige Meter von meiner Wohnung entfernt an einem Baum entdeckt und nachdem meine Begleitung sie mit beiden Händen pflückte und meinte, in seiner Heimat, würde man diese Früchte (Name von beiden auf Dari seiner Aussage nach Lou), immer essen. Da er Gärtner war, traute ich dieser Aussage und fand beide Früchte auch super lecker. Der Kern sieht aus wie der einer Pflaume und Dank eurer Hilfe auf Instagram, weiß ich jetzt auch, um was es sich wirklich handelte. Die rötlichen Früchte sind wie erwähnt wohl Mirabellen. Sehr spannend fand ich die Geschichte zu den Mini-Pflaumen. Wie von euch erklärt, sind es tatsächlich ganz normale Pflaumen. Die großen Pflaumen, die ich aus dem Garten oder dem Supermarkt kenne, sind hingegen eine Zuchtform und wenn man einen Pflaumenkern einpflanzt, wächst wohl so ein Mini-Pflaumenbaum. Ich bin halt wirklich ein, zumindest in diesem Bereich, noch ziemlich ungebildetes Stadtkind. Die Mirabellen findet man übrigens auch auf dem Kreuzberg (für Nicht-Berliner: Viktoriapark).
Pflaumen in Berlin ernten

Bucheckern findet man ja auch überall viel, ebenso wie etwas später dann die Haselnüsse. Auch Brombeeren wachsen wild wie Unkraut und schmecken direkt vom Strauch doch so viel besser als aus dem Supermarkt. Inzwischen habe ich auch jede Menge Äpfel gesammelt und freue mich auf die kommende Pilzzeit. Auch der Holunder kommt nun bald an die Reihe, ebenso wie etwas später dann die Birnen und Hagebutten. Ich würde übrigens niemals heimlich im Garten des Nachbarn ernten oder den liebevoll von anderen angepflanzten und gepflegten Kürbis aus einem Urban Gardening Projekt mitnehmen, aber es gibt so viele Möglichkeiten auch in der Großstadt an öffentlichen Orten oder im Stadtforst allgemein zugänglich zu ernten. Bucheckern essen und sammeln in Berlin

Wenn ihr auch in eurer Umgebung auf Erntetour gehen wollt, dann solltet ihr euch unbedingt mal die Seite von Mundraub anschauen. Dort gibt es eine virtuelle Karte, auf der jeder Fundstellen für frei und legal zugängliches Obst und Gemüse oder auch Kräuter eintragen kann. 
Brombeeren ernten in Berlin Erfreut ihr euch auch so sehr an solchen kleinen Ernteausflügen oder habt ihr genug zu Ernten im eigenen Garten? 


8 Antworten zu “Wilde Ernte in Berlin”

  1. Hallo. Mirabellen sind mehr in Österreich bekannt, im Norden Kroatiens… Schade, dass es viele’alte‘ nimmer gibt. Diese passten sich besser an und bedürfen weniger Dünger, Gift… Der Fortschritt ist nicht immer einer

    • Oh, das wusste ich noch nicht. Das es viele alte Sorten, egal ob von Obst oder Gemüse, nicht mehr gibt, bemerkt man ja schon beim Besuch im Supermarkt. Überall das gleiche. Dabei finde ich die Mirabellen zum Beispiel sehr lecker, ebenso wie die kleinen Pflaumen. Beides kann man aber bei uns definitiv nicht im normalen Handel kaufen. In Berlin gibt es inzwischen verschiedene Projekte, in denen alte Sorten wiederangebaut werden, gleiches gilt für alte Nutztierrassen, was ich beides sehr interessant finde.

      Alles Liebe,

      Julia

    • Das hört sich sehr lecker an! Ich habe heute morgen auch einen großen Korb Brombeeren gesammelt. Einiges davon wird gerade zusammen mit Äpfeln zu Mus zerkocht, ein Teil landete beim Frühstück auf dem Brot und der Rest wird entweder zu Marmelade eingekocht oder einfach so genascht 🙂

      Alles Liebe,

      Julia

  2. Hallo Julia,

    als „alter Gartler“ bin ich zwar aus Erfahrung immer noch der Meinung, dass an einer Wildzwetschge (oder -pflaume) keine solchen Minipflaumen wachsen, sondern kleine, harte Früchte mit Kern, aber kaum Fleisch drumherum – ich bin der Meinung, dass es sich dabei um blaue Mirabellen handelt (es gibt sie in gelb, rot und auch dunkel), aber was solls 😉

    Deine Ernte ist ja wirklich reichlich, Respekt!
    Was wildes Ernten hier bei uns anbelangt: da ich in einer im Vergleich zu Berlin eher kleinen Stadt wohne und die Gegend eher ländlich geprägt ist, kann ich berichten, dass die „Erntegründe“ ja eigentlich alle schon jemand gehören und es auch durchaus problematisch sein kann, einfach was zu pflücken (ich spreche dabei nicht von dem einen Apfel, den man beim Wandern vor Ort isst). Allerdings kennt hier auch jeder irgendjemand, der irgendein Obst hat und man kommt so auch immer an verschiedene Sachen 😀

    Ich habe zum Beispiel vorgestern Klaräpfel (sagt Dir das was? Man sagt auch Frühäpfel) von der Nachbarin geholt, ich habe von dem Baum als Kind schon Äpfel bekommen und dieses Jahr gibts ja wieder reichlich. Sie meinte, ich solle nur einen „Apfelzupfer“ (= Apfelpflücker) mitbringen, die besten hängen ganz oben.
    Im Moment sind wir daher am Schnippeln und Einkochen 🙂

    Auch draußen aufm Land gibts genug Fallobst – ich denke, da hätte auch keiner was dagegen, ne Tüte voll mitzunehmen.

    Letztes Jahr gab es z.B. eine Aktion, bei der hingen an bestimmten Streuobstwiesen Schilder, auf denen stand „für Selbstpflücker kostenlos“. Sowas finde ich toll auch für alle die, die keine Gärten haben.

    Lieber Gruß
    KleinerVampir

    • Hm, ich kenne mich da ja wirklich gar nicht aus! Natürlich gehören die meisten Bäume auch auf dem Land irgendjemand, aber ich denke, wenn man zum Beispiel am Straßenrand Fallobst mitnimmt, ist das sicher kein Problem. Viele Leute kommen ja gar nicht mehr dazu, ihr ganzes Obst zu verarbeiten und bevor es verkommt, ist es doch viel schöner, wenn andere es nutzen können. In der Gartenkolonie hängen oft Tüten mit Obst draußen, das zu verschenken ist und auch rund um Berlin gibt es manchmal solche Aktionen, dass Bauern Leute einladen, ihre bereits abgeernteten Felder und Obstplantagen zu besuchen und Reste mitzunehmen. Diese Rückbesinnung auf den Wert der natürlichen Güter finde ich super und wenn man ehrlich ist, schmeckt doch alles selbstgeerntete auch viel besser als z.B. der Apfel aus dem Supermarkt 🙂

      Dir noch eine schöne Erntezeit!

      Alles Liebe,

      Julia

      • Da hast Du recht, mir tut es auch immer weh, wenn die Bäume voll hängen, das Obst aber keiner erntet, weil das ja Arbeit machet.
        Allerdings lese ich hier doch ab und an in der Zeitung, dass Fallobst mitzunehmen im eigentlichen Sinne auch Diebstahl darstellt…. Wobei ich ganz ehrlich bin: ich hab auch schon ne Tüte gefüllt, als ich draußen unterwegs war 😀
        Wenn es unten liegt, muß man es eh ausschneiden – ist ja dann auch nicht grad das Nobel-Obst, das noch oben hängt *grins*

        Dass bei euch in der Gartenkomonie die Leute Verschenk-Tüten an den Zaun hängen, ist ne tolle Sache. Wir haben hier unsere Gärten ja direkt hinter und ums Haus, aber da tauscht man auch sehr gern in Naturalien. Was der eine zuviel hat, hat der andere gern und umgekehrt.

        A Propos: unsere Apfel-Aktion neulich brachte insgesamt 11 Gläser Kompott zu je einem 3/4 Liter Inhalt 🙂

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