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Das war 2019

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Das war 2019 Jahresrückblick

Ich wünsche euch heute mit einem verspäteten Neujahrsgruß ein frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr die Feiertage entspannt verleben konntet. Ich habe mir ein paar Tage Auszeit von Computer und vorwiegend auch dem Handy gegönnt und freue mich nun umso mehr, mich wieder neuen Projekten für Funkelfaden zu widmen. Zuerst aber noch ein Rückblick, denn 2019 war für mich persönlich ein außergewöhnliches und spannendes Jahr, in dem ich so viel gleichzeitig zu tun hatte, das es nahezu verflogen ist.

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Den Beginn dafür hatte ich bereits im Herbst 2018 angestoßen. Damals habe ich sowohl einen Antrag auf Adoption meines Pflegesohnes beim Familiengericht eingereicht, als auch online ungesehen ein Haus gekauft. Beides war dann erstmal bei Gericht bzw. beim Notar und zog sich. Für das Haus zahlte ich, ab und zu kam eine Rechnung und ich musste noch etwas zahlen. Das Gericht wollte noch einige Unterlagen, aber Ende 2018 erreichte mich dann der Anhörungstermin für Ende Januar 2019. Wie einige von euch wissen, ist die Pflegschaft aus einer Notsituation des Jugendlichen entstanden und war nicht geplant. Allerdings hat er sich in den letzten Jahren unglaublich entwickelt und war mit dem Wunsch über Adoption zu sprechen an mich herangetreten. Er kam als Geflüchteter aus Afghanistan nach Deutschland, als Straßenkind alleine aufgewachsen ohne Schulbildung und mit unaussprechlich traumatischen Erlebnissen. Heute hat er seinen erweiterten Hauptschulabschluss und macht inzwischen eine Ausbildung zum Dachdecker und fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat und innerhalb seiner Familie. Und auch die Anhörung vor Gericht war eher wie ein Gespräch bzw. zwei Einzelgespräche, zwar stundenlang, aber mit dem Beschluss der Adoption und einer emotional bewegten Richterin am Ende. Darauf folgten dann noch einige deutlich aufwändigere bürokratische Prozesse, die sehr zeitintensiv waren, aber auch zu lösen. Und auch wenn die letzten Jahre intensiv und manchmal auch etwas anstrengend waren, so waren sie doch auch voller Freude und lohnenswert. Er ist inzwischen ein zufriedener junger Erwachsener, ein begeisterter Dachdeckerlehrling, der dank seiner positiven Energie seinen Weg gehen wird.

Ende Februar folgte der Termin zur Schlüsselübergabe in Brandenburg für das Haus. Der erste Termin war bitterkalt. Wir waren zu Fuß 6km zum Haus gelaufen, in den ein Teil der Decke wegen eines Dachschadens einstürzte, das Grundstück war nicht umzäunt und eine Durchfahrtsstraße der Nachbarn. Der Anblick war nicht sonderlich erheiternd, aber was soll man für 9.000 Euro. Danach lernte ich den Rufbus zu nutzen, der zumindest von Montag bis Freitag in das Dorf in der Prignitz fährt. Nachdem das Dach dann repariert wurde, liehen wir einen Kastenwagen und brachten einige geschenkt bekommende Möbel ins Häuschen. Unglaublich, wie viel Freunde, Familie und Bekannte sowie Unbekannte in ihren Kellern und Kammern an Aussortiertem hatten. Sofas, Tische, Stühle, Geschirr, Besteck, inzwischen ist das Haus schon fast vollständig auf diese Art und Weise eingerichtet. Die erste Nacht draußen war aber unglaublich kalt. Wir schliefen alle mit Decken, Schlafsäcken und dicker Kleidung und froren trotzdem ohne Heizung, die Öfen waren damals noch nicht überprüft.

Seitdem hat sich so viel getan. Der Garten, eine einzige Steinwüste, wurde in ungezählten Stunden umgegraben und schon in diesem Jahr war die Ernte so groß, dass ich immer noch tagtäglich aus dem Garten esse, aktuell vorwiegend Kürbis, Kartoffeln und Kohl und seit Juni kein Gemüse mehr gekauft habe. Der Keller ist voller Kartoffeln, die Tiefkühler gefüllt mit Kürbis und gefrorenen Kräutern, es gibt noch jede Menge getrocknete Pilze und getrocknete Zucchini, Kräuter und Tee. Im Haus liegen auch noch einige weitere Kürbisse. Zum Glück ist Kürbis ja so unglaublich wandelbar und jeden Tag aufs neue lecker. Auf dem Weg zum Selbstversorger. Die Nachbarn im Dorf, erst sehr skeptisch, sind unglaublich nett und ich verbringe gerne die ein oder andere Stunde mit einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Wein bei Ihnen oder bei uns. Generell bin ich diese Freundlichkeit der Menschen, vom Zimmermann, über den Schornsteinfeger, bis hin zum Busfahrer nicht gewohnt. Und inzwischen macht sich auch das Haus von Innen. Wände sind abgeschlagen, neu mit Lehm verputzt, bemalt und tapeziert. Es gibt Licht, warmes Wasser, eine Küche und ein funktionstüchtiges Bad. Und vor allem gibt es Wärme. Ich habe einen neuen offenen Kamin und sowohl meinen Geburtstag im November, als auch Silvester dort gefeiert.

Ein wenig überrascht hat mich das riesige Interesse von euch. Ich habe so viele Nachrichten zum Funkelfaden Haus erhalten, viele von euch scheint es ebenfalls aufs Land zu ziehen. Nach knapp einem Jahr, an dem ich fast alle Wochenenden und viel Zeit im Sommer draußen verbracht habe kann ich nur sagen: Traut euch!

Das alles wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung so vieler, bei denen ich mich auch hier noch einmal bedanken möchte ❤️

Und 2020? Erwarten euch an dieser Stelle natürlich viele kreative Projekte, Näh- und Bastelanleitungen, aber auch weitere Einblicke rund ums Funkelfaden Haus.

Vielen Dank, dass ihr euch immer wieder die Zeit nehmt, Funkelfaden.de zu besuchen. Ich freue mich auch in diesem Jahr sehr auf eure Kommentare und Nachrichten und ein kreatives neues Jahrzehnt.

Danke ❤️

Julia

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3 Antworten zu “Das war 2019”

  1. Hallo Julia,

    ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein gesundes, glückliches, kreatives neues Jahr 2020 und freue mich schon sehr, wieder auf Deinem Blog das Neuste zu lesen und mich mit Dir und Deinen Anleitungen kreativ „austoben“ zu können. Wie Du oben schon geschrieben hast: ja klar interessiert es mich, wie es in und um Dein Funkelfadenhaus weiter geht 🙂

    Also bis bald und liebe Grüße aus Deutschlands wildem Süden
    KleinerVampir

    • Danke ❤️ Ich habe noch so viele Dateien zum Funkelfaden Haus auf dem Computer, muss nur mal dazu kommen, sie endlich zu bearbeiten und zu bloggen 😅

      Alles Liebe,

      Julia

  2. Wahnsinn, was du rockst! Ich finde dich großartig und das, was du machst und freue mich sehr auf ein neues virtuelles Jahr mit dir!
    Lieber Gruß
    dörte

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